Beschränkung des Holzeinschlags

Lenz fordert unbürokratische Entschärfung für kleinere Waldbesitzer

Auf Bundesebene wurde vor wenigen Wochen mit einer entsprechenden Verordnung der ordentliche Holzeinschlag bei der Fichte im aktuellen Forstwirtschaftsjahr (Oktober 2020 – September 2021) auf 85 Prozent beschränkt.

Hintergrund ist, dass die seit 2018 aufgetretenen Extremwetterereignisse und der nachfolgende Schädlingsbefall zu einbrechenden Holzabsatzmärkten geführt haben. „Die Einschlagsbeschränkung sollte eigentlich helfen, die Preise zu stabilisieren und war auch von Seiten der Waldeigentümer gefordert worden“, so Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz.

Zwischenzeitlich habe sich die Lage am Holzmarkt jedoch gedreht. Lenz: „Der mittlerweile herrschende extreme Preisanstieg für Schnittholz hat seine Ursache vor allem aufgrund hoher Exporte nach Nordamerika und China, wo die Baubranche extrem boomt. Das heißt, die Preise sind extrem gestiegen und der Markt für Bauholz ist leergefegt.“ Der Holzpreis in US-Dollar je 1000 board foot (Maßeinheit für Holz) ist Schwankungen von bis zu 250% ausgesetzt und hat sich innerhalb eines Jahres um den Faktor 3,5 von 315 auf über 1106 US-Dollar erhöht.

Es sei zu befürchten, dass die Verordnung, die eigentlich zur Beruhigung des Marktes und zur Stabilisierung der Preise gedacht war, die angespannte Situation jetzt weiter verschärfe. „Um die Situation unbürokratisch zu entschärfen, sollte daher beispielsweise über die Einführung einer Bagatellgrenze für Kleinwaldbesitzer nachgedacht werden. Kleinbetriebe werden bei den aktuellen Vollzugsvorschriften besonders belastet“, so Lenz.

Hinzu komme, dass die Waldbesitzer von den steigenden Preisen nicht profitierten, da wenige Holzhandelskonzerne den Markt dominierten. „Wenn es gut läuft, bekommen die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer 100 Euro für den Festmeter oder 800 Euro für Schnittware. Um das zu ändern, sind langfristige und verlässliche regionale Lieferketten sowie faire Preise sowohl für Bauherren als auch für die Waldbesitzer nötig“, so Lenz abschließend. In diesem Zusammenhang forderte Lenz eine Holzstrategie der Bundesregierung, um der Relevanz dieses Rohstoffs als Bau- und als Werkstoff Rechnung zu tragen.